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Großübung am St.-Katharinen-Stift – Feuerwehr, DRK, THW und Polizei üben gemeinsam – umfangreiches Szenario

23.09.2017 – Coesfeld (eigener Bericht). Keine leichte Aufgabe hatte Einsatzleiter Richard Schulze-Holthausen mit seinen Kameraden der Feuerwehr und den Kräften von DRK, THW und Polizei bei der Großübung am Samstag zu bewältigen. „Vom Szenario her ist es mit eine der größten Übungen, die wir bisher hatten“, beschreibt Schulze-Holthausen seine Eindrücke.

Am Samstag fand eine Großübung am St.-Katharinen-Stift in der Coesfelder Innenstadt statt. Gegen 14 Uhr rückten zahlreiche Einsatzkräfte mit Fahrzeugen in Richtung Ritterstraße aus. Knallgeräusche, Rauchwolken und Hilferufe aus dem Gebäude sorgten für ein realistisches Szenario, so dass auch mancher Passant, verängstigt fragte, ob es wirklich brennen würde.

Das umfangreiche Szenario: Beim Befüllen der Heizöltanks im Keller des St.-Katharinen-Stiftes kommt es aufgrund eines bisher unbekannten Störfalles zu einer Verpuffung mit Folgebrand, der sich im Kellergeschoss ausbreitet und durch die Zerstörung des Füllschlauches auch auf das Tankfahrzeug, das in der Zufahrt zwischen Altenheim und Tagespflege steht, übergreift. Es besteht akute Gefahr der Brandausbreitung auf weitere Gebäude und die Obergeschosse des Katharinen-Stiftes. Zum Zeitpunkt der Verpuffung befinden sich neben zwei Haustechnikern und dem Tankwagenfahrer weitere neun Personen im Kellergeschoss.

Im Gebäude der Tagespflege findet eine Veranstaltung mit Jugendlichen und Bewohnern des Altenheimes statt (ca. 20 Personen). Bei den Bewohnern des Altenheimes handelt es sich teilweise um Menschen mit Geh- und Stehbehinderung sowie um Rollstuhlfahrer. Durch den brennenden Tankwagen ist ihnen der Rettungsweg versperrt worden. Es besteht Gefahr für Leib und Leben. Die Personen geraten in Panik.

Aufgrund des Brandes im Kellergeschoss kommt es zu einer Zerstörung von Teilen der Hauselektrik und somit zu einem Stromausfall im Gebäude. Umfangreiche Maßnahmen für eine Ersatzstromversorgung sind erforderlich, insbesondere zum Betrieb der Beatmungsgeräte einiger Bewohner.

Aufgrund von anderen Unglücksfällen und Teilsperrungen von Stationen des nahegelegenen Krankenhauses können dort keine Patienten aufgenommen werden. Es muss nach Alternativen gesucht werden. 

Im weiteren Verlauf der Übung entsteht durch Unaufmerksamkeit ein Fettbrand in einer Wohnung im Nebengebäude des Stiftes. Bei Löschversuchen mit Wasser kommt es zu einer Fettexplosion. Eine Bewohnerin wird schwer verletzt. Ein weiterer Bewohner (Rollstuhlfahrer) versucht mit dem Aufzug das Gebäude zu verlassen. Der Aufzug bliebt jedoch stecken, so dass zusätzlich auch dieser Bewohner befreit werden muss. 

Alleine an der ausführlichen Beschreibung erkennt man die Komplexität der Übung und kann die umfangreiche Arbeit des eingesetzten Vorbereitungsteams nur erahnen. Die Leitung der Feuerwehr und die eingesetzten Kräfte waren im Vorfeld nicht eingebunden. „Wir wurden im Prinzip ins kalte Wasser geworfen“, beschreibt Richard Schulze-Holthausen, Einsatzleiter der Feuerwehr bei der Übung.

Nach gut zweieinhalb Stunden wurde das Übungsende verkündet und die insgesamt rund 190 an der Übung beteiligten Einsatzkräfte trafen sich im Anschluss zum kameradschaftlichen Erfahrungsaustausch in gemütlicher Runde in der Wache am Rottkamp. Ein erstes Fazit des Einsatzleiters: „Die Übung ist hervorragend gelaufen. Das Grobe hat funktioniert. So soll es ja auch sein. Wir werden in der nächsten Woche eine Übungsnachbesprechung machen. Dort werden wir analysieren, was gut und was vielleicht nicht so gut funktioniert hat.“

Druck- und sendefähiges Bildmaterial können Sie unter der Rufnummer 0151 67203759 bestellen. Videomaterial wird über die ANC-NEWS-TV GmbH angeboten (zum Video-Angebot).

Fotostrecke:

© by Andre Braune.de • veröffentlicht am 23.09.2017 • RSS-Feed abonnieren