Coesfeld (eigener Bericht). Der Anblick ist schon ein wenig befremdlich. Feuerwehrkräfte sammeln sich auf dem Gelände des Coesfelder Farben- und Lackherstellers J. W. Ostendorf GmbH & Co. KG. Über ihre normale Einsatzkleidung ziehen einige Kräfte unter Atemschutz einen grünen Chemie-Schutzanzug. Andere Kräfte bauen ein Zelt und eine Dusche auf. Wasserschläuche und Bürsten liegen bereit. Was war geschehen? Kein Ernstfall, sondern eine Übung. Die Löschzüge 1 (Stadt) und 3 (Lette) der Feuerwehr Coesfeld übten die Menschenrettung und Dekontamination nach einem Gefahrstoffunfall.
Die Situation: Ein Mitarbeiter soll Protokollkarten von einem Tank auf dem Gelände holen. Hierbei atmet er die ätzenden Gase eines simulierten Gefahrstoffes ein, der aus einer undichten Stelle des Tanks austritt. Der Mitarbeiter wird benommen und bricht in der Nähe des Tanks zusammen. Die Feuerwehr muss ihn retten und die Leckage am Tank schließen. Da der Stoff nicht unbedenklich ist, mussten gleichzeitig der verletzte Mitarbeiter und Einsatzkräfte durch die „Dekon“-Einheit des Löschzuges Lette dekontaminiert werden.
Rund 50 Kräfte übten auf dem Firmengelände. Gleichwohl kann Produktionsleiter Bernd-Jochen Sporkert die Anwohner beruhigen: „Es handelte sich nur um eine Übung. Wir haben unser Gelände und damit die Kulisse aufgrund der Nähe zur Feuerwache zur Verfügung gestellt. Ein vergleichbarer Vorfall kann hier nicht passieren, da wir derartige Chemikalien nicht verwenden.“
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